Krieg und drittes Reich

Kriegsbedingt wird 1942 der Akademiebetrieb für drei Jahre eingestellt. Die Schäden durch Bomben sind beträchtlich. Große Teile der Klinik werden für Wehrmachtszwecke geräumt und als Lazarett genutzt.

Die Personalsituation verschärft sich: Viele Ärzte werden zum Dienst an der Front eingezogen, medizinisch ausgebildetes Personal auch aus der Pflege wird in die Ostgebiete abkommandiert. Die „Lösung“ dieses Engpasses besteht in Zwangsarbeitern, deren Arbeitskraft als Kriegsbeute gilt.

Zudem wird die studentische Ausbildung in den Kriegsjahren drastisch verkürzt, um mit dem verbeibenden Lehrpersonal den wachsenden Bedarf an Ärzten decken zu können. Die Situation spitzt sich zu, als die Bombenangriffe auf Düsseldorf zunehmen. Die Notverpflegung obdachlos gewordener Menschen gehört nun mit zu den Aufgaben des Klinikums.

Ab 1942 werden bei Fliegerangriffen mehrere Kliniken schwer beschädigt. Der damit verbundene Bettenausfall wird durch Nutzung der Heil- und Pflegeanstalten kompensiert, deren Betten durch die Tötung psychisch Kranker „frei“ sind.

Durch die Angriffe werden vor allem die Dachgeschosse und damit die Unterkünfte der Schwestern zerstört, die bis nach dem Krieg mit Behelfsunterkünften vorlieb nehmen müssen, bis diese später in baulich unzumutbaren Zustand geraten. Die Lage entspannt sich erst nach der Währungsreform 1948.

Parallel zu den Zerstörungen baut man eifrig am Operations- und Schutzbunker, der 1942, noch nicht ganz fertig gestellt, in Betrieb geht. Die Quartalsberichte des damaligen Verwaltungsleiters Plante stellen eine Chronik der „Terrorangriffe“ dar. Sie berichten außer Parolen kaum etwas Positives: „Mit Genugtuung kann festgestellt werden, dass die Gefolgschaft der Krankenanstalten ihre Pflicht in den kritischen Tagen voll und ganz erfüllt hat.

Quelle: HHU

09
Dez
1942
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